• Anke Parr

Fühlen vs Denken



Ich bin richtig gut im Denken und Analysieren. Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht. Und mit den damit verbundenen Hochs und Tiefs und der in Gedanken kreierten „künstlichen Welt“. Hochs - wenn ich an etwas dachte, was mir Freude bereitet. Tiefs - wenn ich überwältigt war von allem, was in dieser Welt vor sich geht. Künstliche Welt - wenn ich mir gar nicht bewusst war, was um mich herum geschieht, weil ich zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt war. Ich nahm meine Umgebung gar nicht wirklich wahr, weil ich zu sehr in meinem Kopf war und überlegte, was ich nachher noch alles machen muss oder was ich gestern hätte anders machen können.

Aber das ist schädlich, weil im Hier und Jetzt lebt das Leben. Nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft und schon gar nicht in meinem Kopf.

Dazu kam, dass ich das Gedankenkarussell nachts nicht abstellen und deswegen nicht ein- oder durchschlafen konnte. Oder dass ich überwältigt war von den ganzen Aufgaben, die ich erledigen muss.

Von Universal Medicine habe ich gelernt, dass es einen anderen Weg gibt. Den Weg des Fühlens. Das Fühlen meines Körpers und meiner Umgebung.

Habe ich wirklich Hunger oder esse ich aus Langweile oder Anspannung oder Zeitvertreib? Ist mir warm oder ist mir kalt? Sitze ich bequem oder bin ich zusammengesunken? Passen die Schuhe wirklich oder sehen sie nur gut aus und engen meine Füße ein?

Wenn ich mich fühle, dann bin ich bei mir. Wenn ich bei mir bin, dann weiß ich automatisch immer den nächsten Schritt.

Ich kann mit einer Leichtigkeit durch den Tag gehen, alles umarmend und akzeptierend was kommt. Die Arbeiten gehen mir leicht von der Hand und ich erledige unheimlich viel.

Klar denke ich natürlich immer noch, aber nicht mehr in Isolation. Sondern aus dem Fühlen heraus. In anderen Worten, mein Körper (der Fühlende) und mein Kopf (der Denkende) arbeiten zusammen. Der Körper gibt den Ton an und der Kopf macht da mit, wo er gebraucht wird. Er ist nicht mehr alleine zuständig.

Ich bin dadurch bewusster, erfüllter, voller Freude und gleichzeitig super produktiv. Ich vergesse interessanterweise nichts Wichtiges, alles wird erledigt, aber im Fluss des Tagesablaufs und nicht zu der Zeit, die ich mir ursprünglich vorgenommen habe.


Auch die Arbeiten, die ich früher am Nervigsten fand, machen mir nun Spaß, weil ich sie mit mir mache. Ich freue mich zum Beispiel, mich beim Aufräumen der Küche zu spüren. Wie meine Hände beim Ordnen, Sortieren und Abwaschen alles anfassen und wie sich das in meinen Fingern anfühlt.

Ein weiterer wunderbarer Effekt ist, dass man durch das Üben des Fühlens wieder spüren kann, was wahr ist und was nicht wahr ist.

In Gedanken kann man sich alles vorstellen und ausdenken, von der ganzen Spannbreite von gut bis böse, gefährlich oder harmlos, bedrohend oder unterstützend.

Der Körper aber kann nicht lügen. Er reflektiert immer genau das was ist. Wie ein bester Freund ist unser Körper immer für uns da, 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche.

Er gibt uns Zeichen wenn wir müde sind, die wir dann oft mit einem Kaffee oder einer Cola übergehen. Er signalisiert uns mit Schmerzen, dass ein Körperteil unsere Aufmerksamkeit braucht, die wir dann oft mit einer Tablette unterdrücken. Und er spürt wenn etwas nicht Wahr ist, was wir dann gerne positiv wegdenken oder ignorieren.

Aber auf den Körper zu hören ist unendlich wertvoll und bereichernd. Er gibt uns Zugang zu einer Intelligenz, die weit über die des Kopfes hinausgeht. Der Anfang ist die einfache Entscheidung, die ein jeder von uns treffen kann, uns das Fühlen wieder zu erlauben.

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