• Anke Parr

Meinen Atem wiederfinden

Aktualisiert: 18. Juni 2018

April 2018










Der Tag ist mir heute noch in Erinnerung als wenn es gestern gewesen wäre, obwohl es mittlerweile 24 Jahre her ist. Der Tag, an dem mir so richtig bewußt wurde, daß ich nicht wirklich weiß wie ich atmen soll. Ich wußte nicht, wie ich atmen soll? Das hört sich sicherlich sehr komisch an und es war tatsächlich auch ein sehr merkwürdiges Gefühl. Wir atmen doch alle automatisch – ohne darüber nachzudenken. Sogar neugeborene Babies atmen einfach los.

Aber ich hatte meinen Rhythmus verloren und fühlte, daß mein Atmen durcheinander war. Je mehr ich mir meines Atmens bewußt wurde, desto unsicherer wurde ich, wie lange oder tief ich ein- oder ausatmen soll. Ständig merkte ich, daß ich entweder meinen Atem anhielt oder ganz flach atmete.

Ich entschloß mich zu erforschen, wie man denn wirklich richtig atmet. Ich konsultierte verschiedenste Spezialisten von Chinesischer Medizin, Reiki, diversen Meditations- und Massagetechniken, Ayurveda und Kinesiologie bis hin zum Buddhismus. Ich las viele Bücher über Atmen und Gesundheit im allgemeinen. Aber kein Therapeut, Lehrer oder Buch hatte die Antwort zu meiner einfachen Frage: Wie atmet man im täglichen Leben? Es gab sehr viele Atemtechniken, die sich alle toll angehört haben, aber keine davon unterstützte mich wirklich in meinem Alltag.


Bis ich auf Universal Medicine traf. Meine Therapeutin behandelte mich mit unterschiedlichen Heilmethoden und führte mich dann in die Sanfte Atemtechnik ein. Ich war schon in der Lage tief zu atmen, aber ich wurde bisher noch nie gebeten sanft zu atmen. Die ersten Male atmete ich so laut und hart, dass meine Therapeutin mich stoppte und wir in der nächsten Behandlungssitzung weitermachten.

Ich muß zugeben, daß ich die Bedeutung von sanftem Atmen auch total unterschätzte. Es hört sich so einfach und schlicht an, daß unser Geist das schnell verwirft und als zu simpel und damit unwichtig abtut.

Trotzdem habe ich regelmäßig 5 Minuten morgens und abends die Sanfte Atem Meditation geübt und nach und nach in mein Leben integriert.


Ich habe lange gebraucht, bis ich in der Lage war wieder sanft zu atmen und noch länger, bis ich diese Weise zu atmen über die Behandlungen hinaus in meinem Alltag anwenden konnte. Es ist unglaublich, welches Momentum von Mißachtung und Härte ich in meinem Körper durch die Art und Weise wie ich atmete aufgebaut hatte.

Ich weiß jetzt, daß das Anhalten meines Atems mein Weg war, nicht zu fühlen was um mich herum passiert. Ich war einfach vom Leben überwältigt und kontrollierte unbewußt meinen Atem, so daß ich nicht fühlen mußte, was alles in dieser Welt los ist. Interessanterweise atmete ich nie voll ein, sondern fokussierte mich auf das Ausatmen.

Von Serge Benhayon weiß ich, daß das Einatmen die Qualität bestimmt, in der ich mich entscheide zu sein. Beim Ausatmen breitet sich diese Qualität im ganzen Körper aus und ist somit in allem was ich tue oder sage gegenwärtig.

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Deswegen ist Atmen so unglaublich wichtig. Wir nehmen uns aber im allgemeinen nicht die Zeit innezuhalten und nachzuprüfen wie wir atmen. Einzuatmen, was wir nicht im Körper haben wollen und was nicht zu uns gehört, kann uns mit der Zeit krank machen.

Ein weiterer wichtiger Schritt für mich auf meinem Weg zurück zu meinem Atem war Esoterisches Yoga.

Ich hatte schon unterschiedliche Arten von Yoga ausprobiert und war eigentlich zu dem Entschluß gekommen, daß Yoga nichts für mich ist. Die Bewegungen, die ich machen sollte, haben meinem Körper mehr weh als gut getan. Aber Esoterisches Yoga ist ganz anders. Es gibt nur wenige Bewegungen, im Vordergrund steht bewußte Präsenz. Ich lernte, meinen Körper zu fühlen, auf ihn zu hören und zu spüren, wie ich mir mit jedem Atemzug selbst begegne. Man lernt also, bewußt, absichtsvoll, sanft und tief zu atmen. Und das nicht nur in den Unterrichtsstunden, sondern auch dazwischen, also im täglichen Leben.

Ich setze mir bestimmte Markierungspunkte in meinem Leben. Jedes Mal wenn ich zum Beispiel durch eine Tür gehe überprüfe ich, wo meine Gedanken sind und wie ich atme. Bin ich bei mir im Türrahmen oder bin ich im Kopf schon bei der Person die ich gleich treffen werde oder bei dem was ich am Morgen gemacht oder nicht gemacht habe?

Mich zu fühlen wenn ich atme ist unglaublich stärkend, kraftvoll und bereichernd. Meine verschiedenen Symptome wie Unruhe, Schwierigkeiten beim Entspannen, Ein- oder Durchschlafen, nicht zu wissen wer ich bin oder was ich vom Leben will, mich für alles und alle verantwortlich zu fühlen und mich immer an die letzte Stelle zu setzen verschwanden immer mehr. Ich bin mir sehr bewußt, daß die Qualität in der ich Dinge tue entscheidend ist, das „wie“. Ich laufe und spreche sogar anders, viel mehr ich, und es fühlt sich fantastisch und total natürlich an.

Sanftes Atmen ist so einfach und gleichzeitig so unglaublich wirksam.

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